Über Aperto
Die falsche Wahl
Seit Langem wirkt das Christentum wie in zwei Lager gespalten.
Das eine nimmt den Text ernst – historisch, kritisch, redlich. Es stellt die unbequemen Fragen nach Verfasserschaft, Kontext, Überlieferung. Es gibt sich nicht mit bequemen Antworten zufrieden. Doch irgendwann verliert es oft die Erwartung, dass die Bibel wirklich etwas bewirken könnte. Aus dem Studium wird Analyse. Aus dem Text wird ein Fundstück.
Das andere verspricht Begegnung, Verwandlung, ein lebendiges Wort. Es rechnet damit, dass Gott auftaucht. Doch manchmal verlangt es, das Fragen zu lassen – oder sich dabei wenigstens schuldig zu fühlen. Gewissheit wird zum Maßstab des Glaubens. Neugier fühlt sich an wie Verrat.
Das ist eine falsche Wahl.
Die Gelehrten, die diese Texte zuerst studierten, waren betende Mönche. Die Mystiker, die Gott in ihnen begegneten, waren genaue Leser. Über weite Strecken der christlichen Geschichte waren Tiefe des Studiums und Tiefe der Begegnung keine Gegensätze – sie waren ein und derselbe Weg.
Aperto führt beide wieder zusammen.
Woran wir arbeiten
Eine literarische Übersetzung
die den ursprünglichen Formen gerecht wird – Poesie als Poesie, Erzählung als Erzählung, Brief als Brief. Die Bibel ist Literatur, bevor sie irgendetwas anderes ist, und genau so übersetzen wir sie.
Sichtbar gemachter Kontext
Die ersten Leser dieser Texte wussten Dinge, die uns entgehen – kulturelle Selbstverständlichkeiten, geografische Anspielungen, religiöse Hintergründe, literarische Anklänge. Dieser Kontext steht direkt im Text, klar abgesetzt, damit immer klar ist, was geschrieben stand und was es bedeutete. Kein Blättern mehr zu den Fußnoten, nur um zu begreifen, warum etwas zählt.
Ökumenisches Fundament
Unsere Auslegung schöpft aus katholischer, protestantischer, orthodoxer und pfingstlerischer Gelehrsamkeit. Nicht, um Unterschiede einzuebnen, sondern weil der Text der ganzen Kirche gehört und jede Tradition etwas sieht, das den anderen entgeht.
Begegnung über mehrere Sinne
Eine Hörbibel. Podcasts, die jede Passage aufschließen. Eigens komponierte Lieder, die das emotionale Gewicht des Textes einfangen. Meditationen und Andachten. Der Bibeltext wird nicht nur gelesen – er wird gehört, gesungen, ausgehalten, gelebt.
Gestaltet danach, wie Menschen wirklich lesen
Gestützt auf die Forschung zum digitalen Lesen und zur geistlichen Reifung entstehen Formate, die mit der Aufmerksamkeit arbeiten statt gegen sie – und die echtes Wachstum tragen, nicht bloß die Weitergabe von Informationen.
Bibel für Europa
Einige Sprachen sind in aktiver Entwicklung, dazu eine Lukas-1-Demo in vielen weiteren – um Gemeinschaften zu erreichen, die viel zu lange auf Übersetzungen gewartet haben, die zugleich ernsthaft und lebendig sind.
Möglich gemacht durch KI
Durchdachte Arbeitsabläufe erlauben eine Tiefe und einen Umfang, für die es sonst Generationen bräuchte. Was kleineren Sprachgemeinschaften einst unerreichbar schien, rückt nun in greifbare Nähe.
Für wen das gedacht ist
- Für den Zweifler, der dennoch ins Grübeln gerät.
- Für den Glaubenden, der dennoch denkt.
- Für jene, die die Kirche verlassen haben, die Fragen aber nicht loswurden.
- Für jene, die geblieben sind und doch die Spannung spüren.
- Für die geistlich Neugierigen und die intellektuell Redlichen.
- Für alle, die das Wählen leid sind.
Es muss nicht schon alles begriffen sein. Es braucht nur die Bereitschaft, noch einmal hinzusehen.
Ein europäisches Projekt
Das Christentum in Europa steht an einer Wegscheide. Die alten Kirchen schrumpfen. Die evangelikalen Gemeinschaften bleiben klein. Die säkulare Kultur hat den Glauben oft als intellektuell unhaltbar abgeschrieben – und allzu viele Spielarten des Christentums haben diesen Verdacht bestätigt.
Doch es gibt auch einen Hunger. Menschen, die nach Sinn suchen, nach Tiefe, nach etwas, das dem Gewicht eines wirklichen Lebens standhält. Menschen, die sich auf die christliche Geschichte einlassen würden, böte sie jemand an, ohne das Denken aufzugeben.
Für diesen Augenblick ist Aperto gemacht. Eine Bibel, mit der sich urbane, gebildete, fragende Europäer ohne Verlegenheit auseinandersetzen können – und die sie vielleicht gerade deshalb verändert.
Wir beginnen mit einigen Sprachen – und dabei bleibt es nicht.
Der Name
Offen im Sinne von zugänglich
kein Insiderjargon, keine Schwellen am Eingang
Offen im Sinne von durchschaubar
alles, was wir getan haben, ist sichtbar – und warum
Offen im Sinne einer Einladung
komm, wie du bist, mitsamt deinen Fragen
Offen wie Open Source
frei geteilt, gemacht, um darauf weiterzubauen
Mach mit
Wir bauen das Kapitel für Kapitel, Buch für Buch. Im Moment lässt sich Lukas 1 lesen – die Ankündigung von Johannes dem Täufer, der Besuch Gabriels bei Maria und zwei Lieder, die die Welt verändert haben.
Komm und sieh, woran wir arbeiten. Bring deine Zweifel mit. Bring deine Sehnsucht mit.
Lukas 1 lesenLust, tiefer einzutauchen?
Wie wir übersetzen, wie unsere KI-Arbeitsabläufe funktionieren und welche Gelehrsamkeit hinter jeder Entscheidung steht.
Unser Vorgehen →