Das Evangelium nach Lukas

Kapitel 3

Johannes predigt in der Wüste. Jesus wird getauft. Ein Stammbaum bis Adam.

Lukas 1-6

Eine Stimme aus der Wüste

Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers TiberiuspublicKulturTiberiusKaiser von 14–37 n.Chr.; im Osten des Reiches als Gott verehrt. Lukas datiert das Auftreten des Johannes an der Zeitachse der Weltmächte — und zeigt dann, wo Gott tatsächlich erscheint. — Pontius Pilatus regierte als Statthalter über Judäa, Herodes als Tetrarch über Galiläa, sein Bruder Philippus als Tetrarch über Ituräa und die Trachonitis, Lysanias als Tetrarch über Abilene, und Hannas und KajaphaslinkKontextHannas und KajaphasEigentlich gab es nur einen Hohepriester. Hannas war 6–15 n.Chr. im Amt gewesen, von Rom abgesetzt worden, behielt aber seinen Einfluss. Kajaphas, sein Schwiegersohn, war der Amtierende. Lukas nennt beide, um die zerrütteten Verhältnisse deutlich zu machen. bekleideten das Hohepriesteramt — da kam das Wort GotteshelpSchwierigDa kam das Wort GottesFür moderne Leser wirft dieser Satz eine grundlegende Frage auf: Wie »kommt« das Wort Gottes zu einem Menschen? Die Prophetentradition Israels beschreibt diese Erfahrung als unkontrollierbar und unverwechselbar — nicht aus eigenem Impuls entstanden, sondern als äußere Adresse erlebt. Das Judentum des 1. Jh. war überzeugt, dass zwischen Maleachi (ca. 400 v.Chr.) und Johannes keine prophetische Stimme mehr erklungen war — vierhundert Jahre Schweigen. Johannes' Auftreten wurde deshalb nicht als »ein weiterer Prediger« wahrgenommen. Flavius Josephus, der jüdische Historiker dieser Zeit, bezeugt Johannes als reale historische Gestalt, die eine gewaltige Volksbewegung auslöste (Ant. 18.116–119). Wer Gottes aktives Handeln in der Geschichte für möglich hält, findet hier ein historisch plausibles Phänomen. Wer es für ausgeschlossen hält, bleibt mit der Frage: Wie erklärt man eine Bewegung, die Tausende in die Wüste zog? zu Johannes, dem Sohn des Zacharias. In der Wüste.Nach Jahrhunderten ohne Propheten. Dorthin, wohin keine dieser Mächte reichte. Johannes zog durch die ganze Jordangegend. Er predigte die Taufe der Umkehr und NeuausrichtungfavoriteLebenUmkehr und NeuausrichtungUmkehr in diesem Sinn meint nicht Schuldgefühle — die Vergangenheit anzustarren und sich schlecht zu fühlen. Sie meint Richtungswechsel: aus einer Sackgasse heraustreten und den richtigen Weg einschlagen. Das Ignatianische Examen — eine 500 Jahre alte Übung, die täglich nur wenige Minuten braucht — folgt genau dieser doppelten Bewegung: Bestandsaufnahme (wo bin ich abgebogen?) und konkrete Neuausrichtung (welcher Schritt ist der nächste?). Die christliche Tradition weiß: Diese Wende geschieht nicht durch Willenskraft allein, sondern in Beziehung zu dem Gott, der sie ermöglicht. — zur Vergebung der Sünden— zur Befreiung.
So steht es geschrieben bei Jesaja, dem Propheten— dem Wort, mit dem Gott sein Volk einst aus dem Exil zurückgerufen hatte: »Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, macht seine Pfade gerade!
Jedes Tal soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel abgetragen. Was krumm ist, soll gerade werden, was holprig ist, ein glatter Weg.
Und alles Fleisch wird Gottes Rettung sehen— alle Menschen, überall

Weitere Hinweise

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    Text μετάνοια (Taufe der Umkehr und Neuausrichtung) expand_more

    Griech. βάπτισμα μετανοίας. μετάνοια meint nicht nur Bedauern (Reue), sondern die fundamentale Wende des Lebens: Umkehr vom falschen Weg und Neuausrichtung auf den richtigen. Im Hebräischen entspricht dem תְּשׁוּבָה (teschuwa) — vollständige Kehrtwendung.

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    Text ἄφεσις (zur Befreiung) expand_more

    Griech. ἄφεσις ἁμαρτιῶν: wörtlich Freilassung, Entlassung aus Schuld — wie ein Schuldner, der freigelassen wird. Nicht nur Vergebung im moralischen Sinn, sondern Befreiung aus einer Lage, aus der man sich selbst nicht befreien kann.

Lukas 7-9

Schlangenbrut vor dem Feuer

Den Massen, die zu ihm kamen, um sich taufen zu lassen, rief Johannes zu: »SchlangenbrutlinkKontextSchlangenbrutIn der Prophetentradition Israels ein vernichtender Vorwurf: Kinder der Urschlange aus Genesis 3 — Erben der Täuschung, nicht der Verheißung. Johannes spricht zu Menschen, die freiwillig kommen. Die Schärfe ist kein Zeichen der Ablehnung, sondern der prophetischen Ernsthaftigkeit.! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem Zorn entfliehen, der kommt? Bringt Früchte, die eurer Umkehr und Neuausrichtung entsprechen! Und fangt gar nicht erst an zu sagen: ›Wir haben Abraham zum Vater.‹ Ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Die Axt liegt schon jetzt an der Wurzel der Bäume. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.«

Lukas 10-14

Was sollen wir tun?

Die Menge fragte ihn: »Was sollen wir dann tun?« Er antwortete: »Wer zwei Hemden hatfavoriteLebenWer zwei Hemden hatDie Antwort ist erschreckend konkret: nicht spiritueller Rat, sondern materielle Teilung. Nicht »halte mehr Andacht«, sondern »gib das zweite Hemd weg«. Johannes Chrysostomus schrieb: »Das Kleid, das im Schrank hängt, gehört dem Nackten.« Die prophetische Tradition Israels kannte keine Trennung zwischen Frömmigkeit und sozialer Gerechtigkeit — Umkehr zeigt sich in der konkreten Verteilung von Ressourcen., gebe eins dem, der keines hat. Und wer zu essen hat, teile ebenso.« ZolleinnehmerpublicKulturZolleinnehmerJuden, die für Rom Abgaben einzogen — von ihrer eigenen Gemeinschaft als Kollaborateure und Betrüger geächtet, von Synagoge und Gericht ausgeschlossen. Dass sie überhaupt kommen und fragen, ist bemerkenswert. kamen auch— verhasste Männer, die für Rom die Abgaben eintrieben — und ließen sich taufen. Sie fragten ihn: »Lehrer, was sollen wir tun?« Er sagte ihnen: »Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.« Auch SoldatenpublicKulturSoldatenWahrscheinlich Truppen des Herodes Antipas, nicht römische Legionäre — gefürchtet für Einschüchterung und Erpressung der Zivilbevölkerung. fragten ihn: »Und wir — was sollen wir tun?« Er antwortete: »Erpresst niemanden mit Gewalt, klagt niemanden falsch an, und begnügt euch mit eurem Sold.«

Weitere Hinweise

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    Text διασείω (erpresst niemanden) expand_more

    Griech. διασείω, wörtlich: jemanden durchschütteln, um Geld herauszuholen. Die konkrete Praxis: Soldaten drohten falschen Anzeigen, um Zahlungen zu erpressen.

Lukas 15-18

Einer, der stärker ist als ich

Das Volk wartetein gespannter Hoffnung. Alle fragten sich im Stillen: Könnte Johannes vielleicht der MessiaslinkKontextMessiasDer Gesalbte — der von Gott versprochene König, der Israel befreien und Gerechtigkeit bringen sollte. Die Frage war nicht seltsam: Johannes hatte alle Zeichen eines Propheten; die Erwartung war hochgespannt unter der römischen Besatzung. sein? Johannes gab ihnen die Antwort: »Ich taufe euch mit Wasser. Aber es kommt einer, der stärker ist als ich — dem ich nicht einmal würdig bin, die Sandalen aufzuschnürenpublicKulturSandalen aufzuschnürenDas rabbinische Recht bestimmte: Einem Schüler ist es verboten, seinem Lehrer die Sandalen zu binden — das ist die Arbeit nichtjüdischer Sklaven. Johannes stellt sich unterhalb sogar dieser Grenze., die Arbeit, die man nicht einmal jüdischen Sklaven zumutete. Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen und mit Feuer. Die WorfschaufelpublicKulturWorfschaufelDas Werkzeug des Bauern auf der Tenne: Er wirft das Getreide in die Luft; der Wind trägt die leichte Spreu weg, das schwere Korn fällt zurück. Das Bild beschreibt die Unterscheidung, die Gottes Handeln trifft — und die bereits begonnen hat. liegt schon in seiner Hand. Er wird seine Tenne gründlich reinigen, den Weizen in seine Scheune sammeln — die Spreu aber wird er verbrennen in Feuer, das nicht erlischt.« Mit vielen solchen Worten rief er das Volk zur Umkehr. Er nannte es gute Botschaft — und das war es.

Weitere Hinweise

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    Context Heiliger Geist und Feuer expand_more

    Feuer bedeutet beides: Läuterung (wie Silber im Schmelztiegel) und Gericht (wie Spreu, die verbrannt wird). Die Pfingstgeschichte in Apg 2 wird die erste Bedeutung erfüllen — das Gericht bleibt offen. Der Theologe Eisele (2018): Im lukanischen Doppelwerk bekommt die Feuertaufe noch einen anderen Sinn — der heilige Geist kommt an Pfingsten in Gestalt von Feuerzungen herab.

Lukas 19-20

Herodes sperrt den Propheten ein

Herodes, der Tetrarch— seine Herrschaft verdankte er allein der Gunst Roms —, war immer wieder von Johannes angeklagt worden: wegen HerodiaslinkKontextHerodiasHerodias hatte sich von Philippus scheiden lassen und seinen Halbbruder Herodes Antipas geheiratet, während Philippus noch lebte — nach jüdischem Recht sowohl Ehebruch als auch Inzest (Lev 18:16). Johannes hatte öffentlich und wiederholt Klage erhoben., der Frau seines Bruders, eine Ehe, die das Gesetz verbat, solange der Bruder noch lebte; und wegen all der anderen Dinge, die Herodes getan hatte. Jetzt legte er noch dies obendrauf— Verbrechen auf Verbrechen: Er warf Johannes ins Gefängnis.

Lukas 21-22

Jesus wird getauft

Während das ganze Volk sich taufen ließ, ließ sich auch Jesus taufen. Und während er betetefavoriteLebenWährend er beteteLukas zeigt: Der Himmel öffnet sich nicht, weil Jesus einen religiösen Ritus vollzieht, sondern während er betet. Gebet ist bei Lukas nicht Ritual, sondern Kontakt — die Haltung, in der Gott handelt. Cyril von Alexandria sah Jesu Gebet bei der Taufe als Modell: »Nimmt jemand die heilige Taufe auf sich, so ist unablässiges Gebet das Angemessenste, was er tun kann.« Das meint nicht Beten als Pflicht, sondern: die Haltung des Empfangens — offen bleiben für das, was Gott tut., öffnete sich der HimmelhelpSchwierigÖffnete sich der HimmelDie Taufszene beschreibt drei übernatürliche Ereignisse: Der Himmel öffnet sich, der Geist kommt körperlich herab, eine Stimme spricht. Lukas betont ausdrücklich (σωματικῷ εἴδει in v.22): kein inneres Erlebnis, keine Vision — physisch sichtbar. Alle vier Evangelien bezeugen die Taufe Jesu; sie gehört zu den am breitesten bezeugten Ereignissen seines Lebens. Die frühe Gemeinde, die Augenzeugen noch kannte, zweifelte nicht an der Realität dieses Ereignisses. Interpretationsmöglichkeiten: symbolisch (Lukas verwendet Bildsprache für eine innere Erfahrung); psychologisch (ein außergewöhnliches Erlebnis, das Jesu Sendungsbewusstsein prägte); historisch-realistisch (ein Ereignis, das von den Anwesenden wahrgenommen wurde). Ob der Himmel sich »wirklich« öffnete, hängt davon ab, ob man Gottes aktives Handeln in der Geschichte für möglich hält. Das entscheidet jeder selbst.linkKontextÖffnete sich der HimmelJesaja hatte gebetet: »Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab!« (Jes 64:1). Hier, am Jordan, geschieht es — nicht im Tempel, nicht beim Hohepriester.— die Grenze zwischen Gottes Welt und dieser. Der Heilige Geist kam auf ihn herab — sichtbar, in leiblicher Gestalt, wie eine TaubelinkKontextWie eine TaubeDie Taube bei Noahs Flut (Gen 8:11) signalisierte das Ende des Gerichts und den Beginn neuer Schöpfung. Dieselbe Symbolik: Nach der langen Stille — nach dem Gericht — bricht etwas Neues an., die einst das Ende der Flut angezeigt hatte, den Beginn von etwas Neuem. Und eine Stimme kam vom Himmel: »Du bist mein Sohn, der Geliebte. An dir habe ich mein Wohlgefallen.«

Weitere Hinweise

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    Text προσευχομένου (während er betete) expand_more

    Als einziger Evangelist erwähnt Lukas das Gebet Jesu bei seiner Taufe. In seinem Evangelium geschehen die entscheidenden Offenbarungen stets im Gebet: Taufe, Verklärung, Gethsemane. Das Gebet ist bei Lukas nicht Reaktion auf Ereignisse, sondern Bedingung für Offenbarung.

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    Text σωματικῷ εἴδει (in leiblicher Gestalt) expand_more

    Lukas betont ausdrücklich: Diese Erscheinung war körperlich sichtbar, kein inneres Erlebnis oder Vision. Lukas will keine Spiritualisierung; der Geist kam wirklich, sichtbar.

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    Context ὁ ἀγαπητός (der Geliebte) expand_more

    Die Stimme verbindet drei Texte: Psalm 2:7 (Königseinsetzung: »Du bist mein Sohn«), Genesis 22:2 (Isaak, »dein einziger Sohn, der Geliebte«, den Abraham opfern soll) und Jesaja 42:1 (der leidende Gottesknecht). Jesus ist König, geliebter Sohn und Knecht in einem — alle drei Rollen werden sein Leben bestimmen.

Lukas 23-38

Stammbaum: Vom Sohn Gottes zum Sohn Gottes

Jesus war etwa dreißig Jahre altlinkKontextEtwa dreißig Jahre altDavid begann seine Königsherrschaft mit dreißig Jahren (2 Sam 5:4), Joseph trat in Pharaos Dienst mit dreißig (Gen 41:46), Leviten übernahmen Tempeldienst mit dreißig (Num 4:3). Das Alter signalisiert: Die Zeit ist reif.— das Alter, in dem Männer in Israel öffentliche Verantwortung übernahmen —, als er sein Wirken begann. Er galt als Sohn des Josef, wie man allgemein annahm. Josef stammte von Eli ab, Eli von Mattat, Mattat von Levi, Levi von Melchi, Melchi von Jannai, Jannai von Josef, Josef von Mattitja, Mattitja von Amos, Amos von Nahum, Nahum von Hesli, Hesli von Naggai, Naggai von Mahat, Mahat von Mattitja, Mattitja von Schimi, Schimi von Josech, Josech von Joda, Joda von Johanan, Johanan von Resa, Resa von SerubbabellinkKontextSerubbabelNachkomme Davids, der das Volk nach dem babylonischen Exil zurückführte (Esr 3–5). Mitten in der Namensliste steht dieser Name als Erinnerung: Diese Linie hat die Katastrophe des Exils überlebt., Serubbabel von Schealtiël, Schealtiël von Neri, Neri von Melchi, Melchi von Addi, Addi von Kosam, Kosam von Elmadam, Elmadam von Er, Er von Joschua, Joschua von Eliëser, Eliëser von Jorim, Jorim von Mattat, Mattat von Levi, Levi von Simeon, Simeon von Juda, Juda von Josef, Josef von Jonam, Jonam von Eljakim, Eljakim von Melea, Melea von Menna, Menna von Mattata, Mattata von NatanlinkKontextNatanLukas führt die Linie über Natan, einen anderen Sohn Davids, nicht über Salomo wie Matthäus (Mt 1:6). Beide bezeugen Davids Nachkommenschaft, mit unterschiedlichem theologischen Akzent: Matthäus betont die Königslinie (Salomo), Lukas die menschliche (Natan). — und Natan von David. David, Sohn des Isai; Isai Sohn des Obed, Obed Sohn des Boas, Boas Sohn des Salmon, Salmon Sohn des Nachschon, Nachschon Sohn des Amminadab, Amminadab Sohn des Admin, Admin Sohn des Arni, Arni Sohn des Hezron, Hezron Sohn des Perez, Perez Sohn des Juda, Juda Sohn des Jakob, Jakob Sohn des Isaak, Isaak Sohn des Abraham — und weiter, über Israel hinaus: Abraham Sohn des Terach, Terach Sohn des Nahor, Nahor Sohn des Serug, Serug Sohn des Regu, Regu Sohn des Peleg, Peleg Sohn des Eber, Eber Sohn des Schelach, Schelach Sohn des Kenan, Kenan Sohn des Arpachschad, Arpachschad Sohn des Sem, Sem Sohn des Noah, Noah Sohn des Lamech, Lamech Sohn des Metuschelach, Metuschelach Sohn des Henoch, Henoch Sohn des Jered, Jered Sohn des Mahalalel, Mahalalel Sohn des Kenan, Kenan Sohn des Enosch, Enosch Sohn des Set, Set Sohn des Adam. Adam — Sohn Gottes.

Weitere Hinweise

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    Text ὡς ἐνομίζετο (wie man allgemein annahm) expand_more

    Griech. ὡς ἐνομίζετο: »wie man rechtlich annahm«. Lukas hält die rechtliche Abstammung durch Josef aufrecht (und damit die Davidslinie), macht aber mit dieser Qualifizierung deutlich: Es ist die angenommene, nicht die leibliche Vaterschaft. Die Jungfrauengeburt bleibt implizit.

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    Text τοῦ θεοῦ (Adam — Sohn Gottes) expand_more

    Das Ende des Stammbaums ist ohne Parallele in der antiken Welt. Kein Stammbaum endete so — weder in Israel noch in der griechisch-römischen Literatur. Matthäus endet bei Abraham (dem Vater Israels). Lukas geht weiter: zu Adam, dem Vater aller Menschen, und dann: »des Gottes« — τοῦ θεοῦ. Die Himmelsstimme hatte gesagt: »Du bist mein Sohn.« Der Stammbaum bestätigt: ja — und mehr als das. Adam war Sohn Gottes, weil Gott ihn schuf. Jesus ist es in einem anderen, tieferen Sinn. Prudentius (ca. 400 n.Chr.): »Adam Sohn Gottes wird durch Christus«.

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